Erziehung
Motivation und Konsequenz
Finden Sie die richtige Mischung
Erziehung ist wirklich kein Kindergeburtstag. Als Eltern kämpfen Sie damit, ob Sie eher liebevoller, motivierender oder strenger zu Ihren Kindern sein sollen. In einer ausgeglichenen Familie hingegen haben es Vater und Mutter geschafft, alle drei Dimensionen in einen maximalen Balance-Zustand zu bringen. Sie schenken Ihrem Kind viel Liebe und Zeit, fördern seine Persönlichkeit und setzen klare und verbindliche Regeln, bestehen aber auch konsequent auf deren Einhaltung.
Das ist für die Eltern nicht immer einfach. Dass Drohen, Schimpfen, inkonsequentes Bestrafen oder Nachgeben keine guten Methoden im Umgang mit problematischem Verhalten sind, wissen wir alle. Welche Möglichkeiten wir aber haben, erfahren Sie hier.
Kuschelstunde
Gerade in den ersten Lebensjahren entwickelt Ihr Kind nur eine feste und sichere Bindung zu Ihnen, wenn Sie ihm regelmäßige körperliche Zuwendung geben. Zeigen Sie ihm Ihre Liebe und Zuneigung, indem Sie jeden Tag mit ihm Kuscheln, schmusen und toben, es umarmen, küssen, streicheln und kitzeln.
Nicht Reden, Handeln
Debattieren und argumentieren hilft wahrscheinlich bei bestimmtem Fehlverhalten Ihres Kindes überhaupt nicht mehr. Anstelle der Diskussion setzen Sie lieber unmittelbar eine logische und angemessene Konsequenz durch. Schmeißt Ihr Kind mit den Spielsteinen herum, unterbrechen Sie sein Spielen und nehmen ihm für kurze Zeit das Spiel weg. Geben Sie ihm eine kurze Erklärung für Ihr Verhalten. Nach fünf Minuten bis maximal 30 Minuten kann
Ihr Kind seine Beschäftigung fortsetzen.
Direktes Ansprechen
Wenn ein Kind eine Familienregel einmal vergisst, sollten Sie es in jedem Fall ansprechen. Sagen Sie ihm dann, was das Problem ist und warum. Erklären Sie, was Ihr Kind stattdessen tun soll. Lassen Sie es das richtige Verhalten einmal durchführen. “Du hilfst nicht beim Abräumen. Wir wollen alle mithelfen, damit wir schneller wieder Dinge tun können, die mehr Spaß machen. Deine Aufgabe ist, die Teller hinauszubringen. Bring jetzt bitte die Teller in die Küche.” Geben Sie Ihrem Kind immer klare Anweisungen, mit ruhiger Stimme. Geben Sie ihm kurze Zeit zu reagieren und loben Sie es, wenn es gehorcht. Seien Sie aber immer vorbereitet, Konsequenzen anzuwenden, wenn es nicht auf Ihre Ansprache reagiert. Nur Drohen ist kontraproduktiv.
Familienregeln
Stellen Sie einen kleinen Katalog mit positiv formulierten Regeln auf:
- Wir sagen uns “Guten Morgen”, “Gute Nacht” und “Hallo”.
- Wir gehen ruhig durch das Haus.
- Wir helfen alle beim Abräumen.
- Wir vertragen uns.
- Wir sprechen ruhig und höflich miteinander.
5–7 Punkte reichen voll und ganz. Sie sollten fair und leicht zu befolgen sein. Versuchen Sie, Ihr Kind bei der Entscheidung über die Familienregeln mit einzubeziehen.
Auf den stillen Stuhl
Zwei “Straf”-Maßnahmen, die das Erziehungsprogramm vorschlägt, werden manche an “Michel aus Lönneberga” erinnern. Der musste, wenn er etwas Schlimmes angestellt hatte, in den Holzschuppen. Ganz so heftig ist es beim “stillen Stuhl” und der “Auszeit” nicht: Wenn nichts mehr hilft, setzen Sie Ihr Kind neben sich auf einen Stuhl. Dort soll es ruhig sitzen, ohne dass Sie es beachten. Wenn es fünf Minuten (bei über 5-Jährigen) gesessen hat, darf es mit seiner Beschäftigung fortfahren. Der große Vorteil ist, dass Sie dabei ganz ruhig bleiben können. Wütend werden, brüllen, schreien oder die Kontrolle verlieren gehören der Vergangenheit an, wenn Sie den “stillen Stuhl” durchsetzen.
Wenn ein Kind sich immer weiter Ihren Anweisungen widersetzt, können Sie, um die Situation zu deeskalieren, die Auszeit anwenden. Bringen Sie es für maximal fünf Minuten in einen anderen Raum, zum Abkühlen.
