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Familien-Management

Akut-Management

3, … 2, … 1… Was tun, wenn’s knallt? - Akut-Management bei Streit.


Nicht, dass Sie uns jetzt falsch verstehen, Streit ist keine Methode. Aber eine gelegentliche Auseinandersetzung betont die unterschiedlichen Positionen, die für die Rollenverteilung innerhalb der Familie wichtig sind. Die Kunst besteht nur darin, richtig zu streiten, also die familiäre Ausgeglichenheit zu verstärken und nicht zu ruinieren. Langer, heftiger, destruktiver und immer wiederkehrender Streit ist Gift für die ganze Familie. Dieser beruht meist auf zwei Ursachen: Man versteht nicht, was der andere sagt, und man will Recht haben. Gerade mit Kindern tickt immer aufs Neue eine kleine Zeitbombe. Hier ein paar Tipps, was Sie tun können, wenn es doch mal knallt:

Notausgang

Vereinbaren Sie (in ruhigen Zeiten) ein “Codewort”, mit dem Sie den Streit sofort beenden. Fühlt einer, dass der andere verletzend wird oder die Diskussion nicht von der Stelle kommt, sagt er z.B. “weiße Fahne” oder “Alles wird gut”. Dann brechen Sie den Streit augenblicklich ab. Sie können sich jetzt zur Unterstützung auch noch etwas ansehen, das Ihnen beiden etwas bedeutet, wie ein Familienfoto. Schauen Sie sich das Bild an und schweigen Sie mindestens 30 Sekunden.

Abstand halten

Klonen ist ja bekanntlich verboten – hilft aber trotzdem. Wenn Sie streiten, treten Sie doch mal gedanklich ein paar Schritte zurück und stellen sich die Szene von außen vor. Meist muss es ziemlich komisch aussehen, wie Sie sich beide da ereifern. Lassen Sie sich von dieser Heiterkeit anstecken.

Gute Zeiten zum Streiten

Kann man sich nicht immer aussuchen – aber streiten Sie niemals vor dem Schlafengehen. Wer im Streit einschläft, verstärkt das schlechte Gefühl. Gute Zeiten, um zu streiten, sind der späte Vormittag und der frühe Nachmittag. Dann haben Sie noch Zeit, sich mit positiven Dingen zu beschäftigen.

Blicke sprechen lassen

Wenn sich einer in Rage redet, setzt der andere auf Körpersprache statt Worte. Ein Traurig-Dreinschauen, Zwinkern oder Lächeln mitten im Streit, sagt dem anderen “Aber ich hab dich doch lieb.”

Zulangen...sanft

Noch besser ist es natürlich, wenn Sie lernen, Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl auch im Streit mittels zärtlicher Berührungen zu verkünden. Es entschärft jede Situation, wenn Sie Ihrem Partner oder Ihrem Kind liebevoll die Hand auf den Arm legen oder ihn/es umarmen.

Zuerst zuhören

Nur durch aktives, interessiertes und wohlwollendes Zuhören vermeiden Sie, dass Sie aneinander vorbeireden. Das geht am besten, wenn Sie Folgendes beachten:

  • Wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner direkt zu und zeigen Sie ihm mit Nicken und kurzen Bestätigungen, dass Sie interessiert zuhören.
  • Wiederholen Sie, was der andere gesagt hat.
  • Geben Sie positive Rückmeldungen, wenn Sie etwas verstanden haben.
  • Drücken Sie Betroffenheit über das Gesagte eher mit Mimik und Gestik aus, statt selbst zu sprechen.

Die richtigen Worte wählen

Die Art und Weise, mit welchen Worten Sie miteinander streiten, ist natürlich von entscheidender Bedeutung für den Verlauf des Streits. Dazu ein paar einfache Regeln:

  • Sprechen Sie in Ich-Form und vermeiden Sie Du-Äußerungen.
  • Sprechen Sie von Ihren Gefühlen und nicht über Tatsachen, wenn Sie den anderen meinen.
  • Reden Sie nicht über Probleme und Lösungen gleichzeitig.
  • Trennen Sie die Kritik und die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zeitlich voneinander.
  • Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und bleiben Sie bei einer konkreten Situation. Streichen Sie “immer”, “nie” und “typisch” aus Ihrem Vokabular.
  • Vermeiden Sie Schuldzuweisungen und Drohungen. Bleiben Sie beim Thema und greifen Sie nicht auf “alte Hüte” zurück

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