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Impf-Ratgeber

Was passiert im Körper?

Impfungen sind möglich, weil das Immunsystem gegenüber vielen Krankheitserregern, die es "kennengelernt" hat, eine gezielte Abwehrstrategie aufbaut. Mit spezialisierten Zellen und Antikörpern vernichtet es die Keime oder inaktiviert Zellgifte. Für diese spezifische Abwehr entstehen im Immunsystem auch "Gedächtniszellen", die sich bei erneuter Infektion daran erinnern und sofort die entsprechenden Antikörper produzieren, bevor die Krankheit ausbrechen kann. Gleiches passiert auch bei einer Impfung, nur dass dem Organismus nicht krank machende Formen der Viren, Bakterien oder Zellgifte (so genannte Antigene) zugeführt werden.

Dieses Lernprogramm für das Immunsystem erfordert für fast alle Impfungen eine Serie von Antigen-Kontakten, also mehrere Injektionen in bestimmten Zeitabständen. Danach besteht die so genannte Grundimmunisierung gegen eine Krankheit, die für einige Erreger lebenslang ausreicht. Für manche Bakterien oder Viren benötigt das Immunsystem ein gelegentliches Gedächtnistraining, das durch die Auffrisch-Impfungen erreicht wird, wie sie für Tetanus und Diphtherie alle 10 Jahre empfohlen werden.

Die natürliche Immunität ist nicht gesünder

Nicht selten besteht die Auffassung, die "natürlich" erworbene Immunität durch Krankheit sei gesünder oder wirksamer als die "künstlich" erzeugte Immunität durch Impfung. Das ist jedoch ein Irrtum. Die durch Impfung erzielte Immunabwehr arbeitet mit denselben natürlichen Mechanismen wie eine durch Krankheit erzielte Abwehr. Allerdings läuft sie kontrolliert und effektiver ab, zudem leistet eine einmalige Erkrankung keinen sicheren Schutz vor erneuter Ansteckung.

Eine abgeschlossene Grundimmunisierung bietet diese Sicherheit. Auch hat sich bestätigt, dass "angeimpfte" Kinder, die vor Abschluss einer Impfserie doch erkranken, im Falle eines Falles sehr viel mildere Krankheitsverläufe und nahezu keine Komplikationen erleben.

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