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Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern

Therapie

Nicht-medikamentöse Therapiemethoden haben bei Kindern stets Vorrang. Selbst da, wo Arzneimittel unvermeidbar sind, sollten sie immer nur ergänzend genutzt werden, um Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerz- und Migräne-Attacken zu mildern.

Psychotherapeutische Verfahren

Zur Vorbeugung wie auch bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne haben sich verschiedene psychotherapeutische Verfahren wie die Technik der Schmerzbewältigung oder ein gezieltes Entspannungstraining bewährt. Andere Kinder benötigen zusätzlich eine psychotherapeutische Konfliktbearbeitung. Untersuchungen haben gezeigt, dass Therapien in Gruppen für die meisten Kinder und Jugendlichen erfolgversprechender sind als eine Einzeltherapie oder ein Selbstlernprogramm. Nach Möglichkeit sollte betroffenen Kindern zudem ein geeignetes Schmerz- und Stressmanagement vermittelt werden. Geübt werden müssen all diese Verfahren in den schmerzfreien Intervallen - und zwar täglich.

Andere Therapieformen

Die folgenden Behandlungsmethoden werden ebenfalls mitunter bei Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt. Ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit fehlt allerdings bislang.

  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Homöopathie

Medikamente

Leichte Kopfschmerzen:
Bei leichten Kopfschmerzen sollten Kinder keine Medikamente erhalten. In aller Regel genügen die einfachen Soforthilfe-Maßnahmen.

Stärkere Kopfschmerzen:
Wenn bei stärkeren Kopfschmerzen die nicht-medikamentösen Maßnahmen nicht ausreichen, können auch bei Kindern Medikamente für die Kopfschmerzbehandlung eingesetzt werden. Diese sollten jedoch nur nach ärztlicher Verordnung unter Einhaltung der Dosierungsvorschrift gegeben werden. Dies gilt auch für rezeptfreie Medikamente. Tritt Übelkeit auf, kann neben einem Schmerzmittel zusätzlich ein Medikament gegen Erbrechen (Antiemetikum) erforderlich sein. Zäpfchen haben den Vorteil, dass sie unabhängig von Übelkeit und/oder Erbrechen verabreicht und aufgenommen werden können.

Migräneattacken:
Migräneattacken sind ebenfalls kein Fall für eine Selbstmedikation! Auch hier gilt, dass Eltern die Wahl des Arzneimittels einem kompetenten Arzt überlassen sollten. Darüber hinaus kann auch hier neben der Gabe eines Analgetikums zusätzlich ein Antiemetikum erforderlich sein. Bei schweren Migräneattacken, die auf die üblichen Behandlungsversuche nicht oder nur ungenügend ansprechen, können durch Spezialisten auch die bei erwachsenen Migränepatienten gut wirksamen Triptane zum Einsatz kommen. Diese sind zwar weltweit noch nicht für Kinder zugelassen. Sie können aber nach gründlicher Aufklärung der Eltern und Abwägung von Nutzen und Risiko von Kopfschmerz-Experten verordnet werden.

Medikamentöse Vorbeugung gegen Migräne:
Eine medikamentöse Dauerbehandlung zur Vorbeugung gegen Migräne ist auch bei Kindern grundsätzlich möglich. Ihr Einsatz wird allerdings an strenge Kriterien geknüpft und sollte nur von Spezialisten nach Auswertung eines Migränetagebuches verordnet werden. Ratsam ist es, die Notwendigkeit einer Dauerbehandlung nach etwa sechs Monaten erneut zu prüfen.

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