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Asthma bei Kindern

Sport und Asthma

Sport fördert die körperliche, seelische und soziale Entwicklung von Kindern. Bei asthmatischen Kindern scheint hier jedoch ein Dilemma zu existieren: Körperliche Anstrengung führt oft zu einer asthmatischen Reaktion. Viele Eltern und mitunter sogar Ärzte schrecken deshalb davor zurück, Kindern Sport zu erlauben oder sie gar dafür zu begeistern. Lange Zeit wurden asthmatische Kinder sogar generell vom Schulsport befreit.

Zu viel Schonung bewirkt aber das Gegenteil: Körperliche Inaktivität senkt die Schwelle, ab der eine asthmatische Reaktion auftritt. Untrainierte Kinder bekommen dann bei immer geringeren Belastungen bereits asthmatische Beschwerden. Fälschlicherweise wird darauf mit noch mehr Schonung reagiert, was die Schwelle weiter erniedrigt. Ein Teufelskreis entsteht. Dabei entwickeln die Kinder oft eine regelrechte Bewegungsangst, die ein Belastungsasthma verstärken kann.

Umgekehrt stärkt eine angemessene sportliche Aktivität das Selbstbewusstsein und baut die soziale Isolation ab, unter der asthmakranke Kinder nicht selten leiden. Langfristig können geeignete sportliche Aktivitäten zudem die Anfallshäufigkeit und den Bedarf an Dauermedikamenten senken.

Der behandelnde Arzt kann dann die Basis-Therapie überprüfen und so einstellen, dass eine asthmatische Belastungsreaktion verhindert wird. Kinder, die besonders empfindlich auf Belastungen reagieren, müssen allerdings vor dem Sport zusätzlich ihr Bedarfsspray inhalieren. Welches Medikament bei ihnen am besten wirkt, kann mit wiederholten Belastungstests (zum Beispiel sechs Minuten Laufen) ermittelt werden.

Geeignete Sportarten

Grundsätzlich ist jede Sportart für asthmatische Kinder geeignet. Entscheidend für die Motivation und den Trainingseffekt ist der Spaßfaktor. Wenn ein Kind nicht gerne schwimmt, ist unerheblich, dass dies zufällig für Asthmatiker die ideale Sportart ist.

Die "rote Karte" bekommen Disziplinen, die eine gewisse Ausdauerschnelligkeit verlangen, wie schnelle Laufsportarten. Wettkämpfe sind für den ungeübten Asthmatiker nicht ratsam.

Die ideale Sportart für Asthmatiker fördert folgende Fähigkeiten:

  • Kondition (Schwimmen, Walking, Joggen, Skilanglauf, Radfahren)
  • Koordination von Bewegungsabläufen (Gymnastik, Tanz, Schwimmen)
  • Aktions- und Reaktionsschnelligkeit (Tennis)
  • Spiele

Spielregeln für sportliche Asthmakinder

  • Keinen "Kaltstart" machen! Mit zehn Minuten Gymnastik oder Dehnübungen aufwärmen.
  • Sportlehrer und Trainer müssen informiert sein und wissen, worauf sie zu achten haben.
  • Nie ohne Bedarfsmedikament (Spray) zum Sport gehen!
  • Direkt vor Wettkämpfen oder bei ungünstigen Wetterbedingungen zwei Hübe des Bedarfsmedikamentes anwenden.
  • Regelmäßige Pausen machen, damit die Atmung nicht zu schnell wird.

Befreiung vom Sportunterricht

Eine vorübergehende Befreiung vom Sportunterricht ist erforderlich, während und kurz nach Infektionskrankheiten, bei absehbarem Allergenkontakt (in der Pollenflugzeit) sowie nach einem Asthmaanfall, bis wieder gewohnte Peak-Flow-Werte erreicht werden.

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