Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern
Einteilung der Kopfschmerzen
Primärer Kopfschmerz:
So nennen es Ärzte, wenn der Kopfschmerz selbst die Erkrankung ist und nicht Begleiterscheinung oder Folge einer anderen Krankheit. Migräne und Spannungskopfschmerz sind die häufigsten Formen. Während Spannungskopfschmerz dumpf und drückend ist ("enges Band um den Kopf"), kann sich die Migräne auf vielfältige Weise präsentieren.
Sekundärer Kopfschmerz:
So werden von Medizinern Kopfschmerzen bezeichnet, die als Symptom einer anderen, organischen Erkrankung auftreten. Sekundärer Kopfschmerz verschwindet von alleine wieder, wenn die ursächliche Erkrankung erkannt und behandelt wird.
Einteilung der Migräne-Formen
Migräne bei Kindern kann den bei Erwachsenen typischen Verlauf aufweisen. Je nachdem, ob etwa 30 – 60 Minuten vor der eigentlichen Attacke neurologische Auffälligkeiten wie zum Beispiel Sehstörungen auftreten, unterscheidet man Migräne mit Aura oder Migräne ohne Aura.
Migräne ohne Kopfschmerzen?
Die folgenden Krankheitsbilder scheinen auf den ersten Blick keine oder nur wenige Gemeinsamkeiten mit der klassischen Migräne aufzuweisen - vor allem aber fehlen die Kopfschmerzen. Migräne ohne Kopfschmerzen gibt es im Kindesalter aber tatsächlich. Die betroffenen Kinder reagieren auf die gleichen Medikamente; später entwickeln sie häufig eine echte Migräne. Ob sich hinter den genannten Symptomen eine Migräne verbirgt, muss allerdings ein Arzt klären.
Bauchschmerzen:
Stundenlange Bauchschmerzen ohne erklärbare organische Ursache quälen die sonst gesunden Kinder. Oft treten gleichzeitig Blässe, Übelkeit und Erbrechen auf.
Zyklisches Erbrechen:
Wiederkehrendes plötzliches Erbrechen steht im Vordergrund. Es tritt ohne erkennbaren Grund auf und lässt ohne besondere Maßnahmen wieder nach. Bedrohlich besonders für Kleinkinder kann dabei der Flüssigkeitsverlust werden.
Schwindelanfälle:
Gleichgewichtsstörungen ohne erkennbare Ursache kennzeichnen diese Anfälle. Sie werden häufig von Blässe und Erbrechen begleitet, dauern wenige Minuten und betreffen überwiegend Kinder zwischen dem ersten und achten Lebensjahr.
Verwirrtheitszustände:
Die Kinder sind für kurze Zeit verwirrt und reagieren befremdlich. Diese Sonderform der kindlichen Migräne ist oft auch für Experten nur schwer von bestimmten Formen epileptischer Anfälle zu unterscheiden.
Alice-im-Wunderland-Syndrom:
Die Kinder leiden während des Anfalls unter Halluzinationen. Sie nehmen zum Beispiel ihren Körper vergrößert oder verkleinert wahr - wie die Heldin in dem gleichnamigen Märchen.
