Asthma bei Kindern
Asthma-Therapie
Wann zum Arzt?
Eine Untersuchung beim Arzt ist immer dann ratsam, wenn ein Kind unter Beschwerden leidet, die auf Asthma hinweisen. Das sind ein wiederkehrender trockener Reizhusten und rasche Erschöpfung bei Anstrengung. Eine fachärztliche Untersuchung kann die Diagnose stellen, noch bevor der erste Asthmaanfall auftritt. Kinder, die zum ersten mal einen Asthmaanfall haben, gehören dagegen umgehend in ärztliche Behandlung.
Kinder, die bereits Medikamente erhalten, sollten außerhalb der Routinetermine ihren Arzt aufsuchen, wenn sie weiterhin leichte Anfälle oder einen schweren Anfall bekommen. Ohne subjektive Atembeschwerden ist ein Arztbesuch erforderlich, wenn der Peak-Flow-Wert - medizinischer Messwert, der angibt, mit welcher Geschwindigkeit eine Person Luft aus ihrer Lunge blasen kann - über längere Zeit unter dem Durchschnittswert bleibt oder im Tagesverlauf stark schwankt.
Therapieziele
Jede Asthma-Therapie verfolgt das Ziel, den betroffenen Kindern ein beschwerdefreies und normales Leben zu ermöglichen. Je eher Kinder lernen, ihre Krankheit selbstständig zu handhaben, desto weniger werden sie sich eingeengt fühlen. Damit dies gelingen kann, orientiert sich der Asthma-Therapieplan an folgenden Grundsätzen:
- Umfassende Information der Kinder und ihrer Eltern über die Krankheit
- Ausschöpfung aller vorbeugenden Maßnahmen, um den Bedarf an Medikamenten so gering wie möglich zu halten
- Kinder frühzeitig aktiv in die Therapie einbeziehen und sie für einen optimalen Umgang mit ihren Medikamenten und allen anderen Maßnahmen schulen
- Enge Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten, den Kindern und ihren Eltern
- So viel Medikamente wie nötig, so wenig wie möglich!
Medikamente
Die Veränderungen an den Bronchien, die letztlich die asthmatischen Beschwerden auslösen, können mit Medikamenten gezielt beeinflusst werden. Meist sind dazu sowohl entzündungshemmende als auch atemwegserweiternde Medikamente erforderlich. Fast alle Medikamente werden inhaliert. Dabei wird zwischen einer Bedarfstherapie und einer Dauertherapie unterschieden. Je nach Schwere und Häufigkeit der Symptome kann eine der Therapieformen oder eine Kombination beider erforderlich sein.
Bedarfstherapie
Sie wird entsprechend der ärztlichen Verordnung als bedarfsgerechte Selbstbehandlung durchgeführt. Vor körperlicher Belastung kann sie vorsorglich eingesetzt werden. Wird die Bedarfstherapie häufiger benötigt, kann eine Dauertherapie erforderlich sein.
Dauertherapie
Bei der Dauerbehandlung hängt die Wahl der Medikamente und deren Dosierung von der Häufigkeit und Stärke der Symptome ab. Die Dauertherapie ist eine Basis, die durch eine zusätzliche Bedarfstherapie ergänzt werden kann. Um die Asthma-Therapie so einfach wie möglich zu gestalten, können verschiedene Wirkstoffe in einem Präparat kombiniert werden.
Entzündungshemmende Medikamente wirken an der Bronchialschleimhaut und verhindern Schwellung und Schleimproduktion:
- Chromoglycinsäure (DNCG)
- Nedocromil
- Kortison-Präparate
- Anti-Leukotriene
Atemwegserweiternde Medikamente wirken auf die Bronchialmuskulatur und lösen deren Verkrampfung:
- kurzwirkende Beta-Sympathomimetika
- langwirkende Beta-Sympathomimetika
- Theophyllin
- anticholinerge Substanzen (Ipratropiumbromid)
