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Einsendeschluss war der 31.03.2012

'Bunte Alternativen zum Alkoholmissbrauch'

Interview mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, zum DAK-Gesundheit Plakatwettbewerb "bunt statt blau"

Bundesdrogenbeauftragte DyckmansFrage: Sie übernehmen zum dritten Mal die Schirmherrschaft für den Plakatwettbewerb "bunt statt blau" der DAK-Gesundheit. Warum unterstützen Sie die Kampagne?

Mechthild Dyckmans: Das Rauschtrinken unter Jugendlichen ist leider immer noch sehr weit verbreitet. Nach aktuellen Statistiken und Studien trinken immer noch zu viele Kinder und Jugendliche zu viel Alkohol und versetzen sich in einen Rauschzustand. Insgesamt wurden im Jahr 2010 knapp 26.000 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Zwar sind die Krankenhauseinlieferungen bei den 10- bis 15-Jährigen bezogen auf 100.000 Personen dieser Altersgruppe, um 5,5 Prozent zurückgegangen, was eine gute Nachricht ist. Allerdings ist die Zahl der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 20 Jahren weiter um knapp drei Prozent gestiegen.

Frage: Was kann und was muss dagegen getan werden?

Dyckmans: Der Trend zum Rauschtrinken bei einem Teil der jungen Menschen muss durch stärkere Präventionsanstrengungen und eine größere Beachtung des Themas in der Öffentlichkeit umgekehrt werden. Hier setzt die Kampagne der DAK-Gesundheit an. Mit dem Wettbewerb "bunt statt blau" gelingt es beispielhaft, ein Zeichen gegen das Rauschtrinken unter Jugendlichen zu setzen.

Frage: Was kann mit Hilfe von Bildern und Plakaten erreicht werden?

Dyckmans: Der Wettbewerb erreicht sehr viele Jugendliche und bewegt sie dazu, sich kritisch mit diesem wichtigen Thema auseinander zu setzen. Es ist wichtig, dass im Schulunterricht über den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol gesprochen wird. Beachtlich ist, welche klaren Botschaften die jungen Künstler mit ihren Plakaten vermitteln. Sie zeigen sowohl die Risiken von Alkoholmissbrauch, als auch Auswege und Alternativen.

Frage: Reicht das aus?

Dyckmans: Die Kampagne "bunt statt blau" transportiert das Thema Rauschtrinken mit begleitender Pressearbeit in alle Regionen Deutschlands. Inzwischen unterstützt ein breites Netzwerk von Landes- und Lokalpolitikern, Suchtexperten, Künstlern und Sportlern die Aktion - eine gute Voraussetzung, dass Alkoholprävention erfolgreich ist. Besonders wichtig ist aber auch, dass Erwachsene maßvollen Alkoholkonsum vorleben, dass die Regelungen zum Jugendschutz auf allen Ebenen eingehalten werden. Hier sind alle Beteiligten in der Verantwortung..

Frage: Was können Freunde, Eltern und Lehrkräfte tun?

Dyckmans: Eltern müssen Grenzen setzen, müssen mit ihren Kindern über die Gefahren des Rauschtrinkens sprechen. Gute Freunde fordern nicht zum Rauschtrinken auf, sondern sagen "Nein" dazu. Und sie kümmern sich schnell um Hilfe, wenn der Freund oder die Freundin zu viel getrunken hat. Lehrkräfte müssen im Schulunterricht über die Gefahren des Alkoholmissbrauchs sprechen.