blau sein
Aus den Anfängen der Indigo-Färberei übertragener Begriff auf den Alkoholkonsum, insbesondere bei schönem Wetter: Die Färber reduzierten den Indigo-Farbstoff aus der Pflanze zum farblosen Indoxyl mittels Alkohol durch Fermentation mit menschlichem Urin (die chemischen Vorgänge waren damals natürlich unbekannt), tauchten darin die zu färbenden Gewebe, die dann in der Sonne getrocknet wurden, wobei durch Oxidation der blaue lichtechte Indigofarbstoff entstand.
Zum "Blau machen" hatten die Färber dabei nichts weiter zu tun, als den Farbbottich umzurühren und für Urinnachschub zu sorgen, eben durch Konsum von reichlich Alkohol. Denn die Färbung fiel besonders intensiv aus, wenn "alkoholhaltiger Männerurin" verwendet wurde. Der alkoholisierte Zustand der Färber wurde im übertragenen Sinne als "blau sein" bezeichnet.
Gefärbt wurde auch nur bei schönem Wetter, da zur Fermentation Wärme notwendig war, damit die alkoholische Gärung in Gang kam, das Indoxyl gebildet werden konnte und die gefärbte Faser an der Luft im Sonnenlicht ihre Blaufärbung bekam.
Im Englischen wird "blau sein" mit "drunken", umgangssprachlich mit "canned" oder "boozed(-up)" bezeichnet.
Quelle: Alex: Das Alkohollexikon
Alkohol
blau sein bedeutet „betrunken sein“, die Entstehung der Redewendung ist nicht sicher geklärt. Im Französischen spricht man stattdessen von „grau sein“ (être gris) und bei schwerer Trunkenheit von „schwarz sein“ (être noir).
Im Blauen Kreuz ist diese Bedeutung für die Ablehnung von Alkohol gesetzt, eine christliche Organisation, die sich um Hilfe für Suchtkranke bemüht.
Quelle:
Wikipedia